
Psychischer Stress belastet das Herz
06. März 2008Das Herz, das entgegen aller medizinischen Grundlagen, auch gern als Synonym für Liebe, Gefühl und Verstand Verwendung findet, reagiert laut zahlreicher Studien auf den Gemütszustand des Menschen. Psychische Belastungen können auf Dauer zu Herzschädigungen führen, so das Ergebnis mehrerer Untersuchungen. In Ingolstadt ergab beispielsweise eine Untersuchung von Herzinfarkt-Fällen, dass viele der Patienten nur kurz vor dem Herzinfarkt bei ihrem Arzt über depressive Verstimmungen und mentale Erschöpfung klagten. In einer anderen Untersuchung wurden Krankenkassenabrechnungen ausgewertet. Dabei wurde festgestellt, dass eine erstaunlich hohe Anzahl der Herzinfarktpatienten nur einige Wochen vor der Attacke, aufgrund einer Depression einen Arzt aufsuchten.
In den meisten Fällen konnten die Ärzte die Symptome nicht richtig deuten. Keiner von ihnen hatte den Verdacht, dass eine labile Psyche das Herz auf schädigende Weise belasten kann. Dabei kann die Wissenschaft den Bezug zwischen Psyche und Herz plausibel erklären. Wie der Körper auf Stress reagiert, hat jeder schon am eigenen Leib erlebt. Das Spannungsgefühl im Bauch, nicht selten durch Schweißausbrüche begleitet, kennen alle. Verantwortlich dafür ist die Ausschüttung von Hormonen, vor allem von Adrenalin. Da die Abwehr des Körpers unter Stress schlechter funktioniert, kann es bei längerer Stressbelastung zur Entstehung vieler Entzündungsstoffe kommen. Dabei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Arten von Stress. Der so genannte Eustress, ist eine Stresssituation, die im Grunde genommen nicht als belastend empfunden wird. Diese Art von Stress wird am Ende mit einem Erfolg kompensiert. In diesem Fall kann der Körper den Stress erfolgreich regulieren und sich in der anschließenden Entspannungsphase erholen. Ein Stressempfinden ohne Ausgleich wird als Disstress bezeichnet. Dieses permanente Stressempfinden, in dem der Körper sich ständig unter Anspannung befindet, ist gesundheitsschädlich. Diese Belastung ist Ursache für ein geschwächtes Immunsystem, einen hohen Hormonpegel und den daraus resultierenden Entzündungsstoffen, die Kreislauf und Herz angreifen. Außerdem steigt in den Arterien das Risiko einer Plaque- Ablösung, und somit auch das Risiko eines Herzinfarkts. Belastungen psychischer Art führen bei einigen Menschen auch dazu, sich gehen zu lassen. Andere flüchten in Fressattacken oder greifen zur Zigarette. Wieder andere fallen in eine Art Lethargie. Bewegungsarmut, Rauchen und Übergewicht sind gleichermaßen Risikofaktoren, die zu einem Herzinfarkt führen können. Aus diesem Grund, so die Wissenschaftler, sollte die Anamnese des Patienten ein fester Bestandteil zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Beschwerden werden. Aber auch Patienten, bei denen sich der Herzinfarkt mit keiner psychische Vorbelastung erklären lässt, kann die ständige Angst vor einem weiteren Infarkt zu hypochondrischen Zügen und später zu Depressionen führen, was wiederrum die Genesung stark beeinträchtigt. Hier hilft nur noch eine Angsttherapie, die bereits beim Kardiologen beginnt. Dieser bestätigt nach eingehenden Untersuchungen, dass es kein Grund zur Befürchtung einer weiteren Attacke besteht. Menschen, die über mentale Erschöpfung klagen, sollten nicht versäumen ihr Herz-Kreislauf-System untersuchen lassen. Denn prinzipiell gilt: Geht es der Seele nicht gut, leidet das Herz darunter!
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