
Ständig Müde- oft steckt mehr als zu wenig Schlaf dahinter
19. November 2007Das ständige Gefühl ausgelaugt zu sein, ständig müde und nicht leistungsfähig, betrifft heutzutage erschreckend viele Menschen. Dennoch reden viele Betroffene nicht gerne über die bedrückende Lage, in der sie sich befinden. Denn, wer trotz ausreichend viel Schlaf, darüber klagt, dass die täglichen Arbeiten des Alltags eine Belastung sind, der wird oft nur belächelt. Meist wird Ihnen dann zu mehr Schlaf und weniger Kaffee geraten.
Häufig steckt aber viel mehr als Schlafmangel hinter der ständigen Müdigkeit. Folgende seelische und körperliche Ursachen können Gründe für die Müdigkeit am Tag sein:
Unruhiger Schlaf
Lärm, psychische Probleme, viel Alkohol, schweres Essen oder eine zu weiche Matratze können Gründe einer unruhigen Nacht, also auch eines leistungsschwachen Tages, sein. Helfen Entspannungsübungen und eine neue Matratze nicht, können z.B. eine Schlafapnoe oder „restless legs“ Ursachen dafür sein. Bei einer Schlafapnoe setzt die Atmung kurzfristig aus, so dass der Betroffene abrupt erwacht. Dies kann mehrmals in der Nacht geschehen. Als „restless legs“ hingegen bezeichnet man das nächtliche Kribbeln der Beine, welches auch zu einer Unterbrechung des Schlafes beiträgt. In diesen beiden Fällen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Depressionen
Ständige Mattigkeit und Antriebslosigkeit können auch Merkmale einer Depression oder einer depressiven Verstimmung sein. Begleiterscheinung dieser Erkrankung ist meist eine Schlafstörung. Mit Medikamenten und einer Psychotherapie kann der Facharzt aus dem Tief helfen.
Eisenmangel
Chronische Müdigkeit entsteht auch durch Mangel von Eisen. Eisen benötigt der Körper für die roten Blutkörperchen. Diese sorgen für den Sauerstofftransport im Körper. Weitere Mangelerscheinungen sind Blässe, Müdigkeit und rissige Haut. Der Besuch beim Arzt klärt die Ursachen des Mangels. Dabei wird geprüft ob es sich um eine Grunderkrankung, eine Störung der Verwertung oder eine Mangelernährung handelt. Bei einer Grunderkrankung behandelt der Arzt diese und füllt die Eisenvorräte wieder auf. Kommt es aufgrund der Ernährung zu einer Mangelerscheinung schafft ein ausgewogener Speiseplan Abhilfe. Fleisch, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte enthalten besonders viel Eisen. Vitamin C hilft dem Magen-Darm-Trakt bei der Aufnahme von Eisen. Eisenpräparate in Form von Dragees oder Kapseln können nahrungsergänzend wirken.
Medikamente
Die Einnahme von Medikamenten kann sich auch auf das Schlafverhalten auswirken.
Schlaftabletten helfen zwar beim Einschlafen, den nächsten Tag verbringt man jedoch eher erschöpft als ausgeschlafen. Auch Antidepressiva, Antiallergika, Betablocker und Parkinsonmittel können müde machen. In diesem Fall sollte man gemeinsam mit dem Arzt nach alternativen Möglichkeiten suchen.
Schilddrüsenunterfunktion
Falls neben der ständigen Müdigkeit, auch trockene Haut, spröde Haare, kontinuierliche Gewichtszunahme und Verstopfung zu den Beschwerden zählen, dann lässt dies auf eine Schilddrüsenunterfunktion schließen. Die Schilddrüse produziert Hormone, die den Stoffwechsel anregen. Werden sie nur in geringen Mengen produziert, funktioniert der Stoffwechsel nur begrenzt. Die Schilddrüsenunterfunktion lässt sich medikamentös behandeln.
Niedriger Blutdruck
Wer an niedrigem Blutdruck leidet hat ständig kalte Hände und Füße. Niedriger Blutdruck kann auch der Auslöser für Schwindelgefühle und Müdigkeit sein.
Gründe für einen niedrigen Blutdruck können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Veranlagung, Untergewicht, diverse Medikamente oder großer Blutverlust sein.
Bei niedrigem Blutdruck sorgen regelmäßiger Sport, viel Flüssigkeit und eine ausgewogene Ernährung für eine Stabilisierung.
Mattigkeit nach Krebserkrankung
Bestrahlungen oder eine Chemotherapie können Patienten oft noch über Monate nach der Therapie ermüden. Die chronische Müdigkeit tritt wird zusätzlich durch eine Blutarmut verstärkt. Medikamente, Bluttransfusionen und Eisenpräparate können der Müdigkeit entgegenwirken. Sport und eine Psychotherapie können bei psychischen Belastungen einer solchen Diagnose helfen.
Zu wenig Flüssigkeit
Auch unzureichende Flüssigkeitsaufnahme kann der Grund für ständige Mattigkeit sein. Trocknet der Körper zu stark aus, kann aus der anfänglichen Müdigkeit auch eine Verwirrtheit wachsen. Täglich eineinhalb Liter Wasser in kleinen Portionen getrunken, beugen dem Austrocknen und der Müdigkeit vor.
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