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Psyche

Burn-out trifft nicht nur Manager

Nicht nur Manager sind vom Burn-out-Syndrom betroffen. Auch Hausfrauen oder einfache Büroangestellte können an dem Zustand völliger Erschöpfung leiden.

mp Düsseldorf - Nicht nur Manager sind vom Burn-out-Syndrom betroffen. Auch Hausfrauen oder einfache Büroangestellte können an dem Zustand völliger Erschöpfung leiden. Teilweise aus dem Zwang heraus, sich beweisen zu müssen, entsteht bei ihnen eine innere Leere bis hin zu dem Gefühl, nicht mehr allein aus einer verfahrenen Situation herauszukommen. Die Folge ist, "sich ausgebrannt zu fühlen" (burn out). Dabei ist es egal, ob einer mit Arbeit überhäuft ist oder seine Arbeit nur schlecht organisiert.

Um sich dieser krankmachenden Verkettung zu entziehen, gibt es laut
einiger Anti-Stress-Experten ein paar Regeln. Ohne sich selbst für das
bisherige Verhalten zu tadeln, muss es zunächst erkannt und dann geändert
werden. Dazu gehört erst einmal, sich den Stress und die Zwänge, denen man
unterliegen, einzugestehen. Vieles hängt von den Lebensumständen ab. Wenn
beispielsweise die Arbeit oder die Beziehung unglücklich machen, sollte
versucht werden, die Umstände zu ändern, indem der Arbeitsplatz gewechselt
oder der Partner verlassen wird.

Häufig hilft schon eine Überarbeitung der Zeiteinteilung für die
berufliche Arbeit: Wichtige und dringende Angelegenheiten wie Terminsachen
sind logischerweise zuerst zu erledigen. Für den Rest müssen dann
Prioritäten gesetzt werden. Oftmals stellt sich dann auch heraus, dass
einiges nicht mehr zu verarbeiten ist und in den Papierkorb wandern kann.
Bei der Gewichtung der zu erledigenden Aufgaben können immer wieder
Schwierigkeiten auftreten, wenn zum Beispiel zwei Dinge gleich wichtig sind.
Hier hilft es, zuerst die unangenehmere Sache hinter sich zu bringen, da sie
sonst gern aufgeschoben wird und den Arbeitsfluss lähmt oder gar blockiert.
Werden diese Punkte beherzigt, ergibt sich oft schon eine grobe
Zeitstruktur. Dennoch sollten Freiräume eingebaut werden für unerwartete
Aktivitäten und spontane Aufgaben. Zum einen können diese immer auftreten,
zum anderen bleibt man so flexibel. Um diese Zeit zu haben, ist es wichtig,
auch mal "nein" zu sagen. Ansonsten könnte es für Kollegen zur Gewohnheit
werden, Arbeit auf einen abzuwälzen.

Deutliche Signale sendet auch der Körper. Hunger darf nicht ignoriert
werden, sondern ist ein Anlass für eine gesunde Mahlzeit und eine Pause.
Zudem ist es gut, auch dem eigenen Schlafbedürfnis nachzugeben. Die Psyche
kann beruhigt werden, indem sich nicht um Dinge gesorgt wird, die einer
vernünftigen Grundlage entbehren: Man ist nicht für alles verantwortlich.
Zudem wird erneut Zeit gewonnen, wenn nicht so viel gegrübelt, sondern sich
um die wirklichen Bedürfnisse gekümmert wird. Und jeden Tag auf's Neue ist
es hilfreich, wenn man den Humor nicht verliert. Außerdem ist Lachen sehr
gesund. Ein Tipp für die Praxis: Drei Mal am Tag sollten Burn out-Betroffene
bewusst ein- und ausatmen, und beim Ausatmen sich und anderen ein Lächeln
schenken. Ferner muss jeder Arbeitstag nicht nur praktisch ein Ende haben,
sondern die Arbeit sollte auch mental abgeschlossen und der Feierabend
bewusst zur Entspannung genutzt werden. Vielen Menschen hilft dabei ein
heißes Bad, andere treffen sich mit Freunden oder treiben Sport. Hier sollte
jeder für sich herausfinden, was ihm am meisten gut tut.

Auch privat gibt es Bereiche, in denen Burn out-Betroffene sich
überengagieren. Hier gilt es, sich zurückzunehmen. Gleichzeitig ist
Isolation zu vermeiden, indem nicht alles allein gemacht wird, sondern
Kontakte mit liebgewonnenen Menschen gepflegt werden. Wenn gewohnheitsmäßig
anderen Personen Probleme oder Pflichten abgenommen wurden, ist es an der
Zeit zu lernen, höflich davon Abstand zu nehmen. Vielmehr ist es
erforderlich, selbst fürsorglich behandelt zu werden.

Langfristig hilft vielen ausgebrannten Menschen auch ein angeleitetes
Anti-Stress- oder Entspannungstraining. Stress sorgt für Verspannungen der
Muskeln und das kann zu Rückenschmerzen und Haltungsschäden führen - nicht
selten Begleiterscheinungen oder Vorboten des Burn-out. Abhilfe schaffen
entsprechende Trainings, wie die progressive Muskelentspannung nach der
Methode des Chicagoer Arztes Edmund Jacobson oder Yoga. Yoga stammt aus dem
indischen Raum und ist eine körperliche und geistige Meditation. Sie dient
zur Befreiung des Geistes von Stress. Menschen aller Weltanschauungen
praktizieren Yoga, da kein direkter Bezug zu einer Religion besteht. Viele
solcher Entspannungs- und Anti-Stress-Kurse werden von den gesetzlichen
Krankenkassen unterstützt und die Kosten bis zu 80 Prozent ersetzt. Silke
Koppers/mp mp/kosi

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