Psyche
Wenn die Angst krank macht
Einige Menschen erleben Angst und Sorgen so stark, dass sich das Gefühl verselbstständigt und das Leben dominiert. Hält dieser Zustand über mindestens sechs Monate an, könnte es sich um die Krankheit der "Generalisierten Angststörung" handeln.
mp Düsseldorf - Angst und Sorgen kennt fast jeder Mensch. Einige Menschen erleben diese Gefühle so stark ausgeprägt, dass sich das Ängstigen und die Sorgen verselbstständigen und es zum dominierenden Lebensgefühl wird. Bis zu 60 Prozent des Tages verbringen die Betroffenen dann damit, sich schlimme Situationen auszumalen und sich damit zu quälen.Hält dieser Zustand über mindestens sechs Monate an, könnte es sich um
die Krankheit der "Generalisierten Angststörung" handeln. Dabei sind die
normalen Angstreaktionen des Körpers entgleist und es kommt zu einer
dauerhaft erhöhten körperlichen Anspannung und Erregung. In diesem Zustand
einem Beruf nachzugehen, ist fast undenkbar. Selbst "ein geregelter Alltag
ist mit dieser Erkrankung nur schwer möglich", erklärt Professor Hans-Peter
Volz, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie
und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck.
Wer unter einer Generalisierten Angststörung leidet, verliert schleichend
immer mehr die Kontrolle über seine Gedanken und Gefühle. Zwanghaft malen
sich die Betroffenen aus, wie sich Alltagssituationen zu schlimmen Gefahren
verkehren. Irgendwann bilden sie dann ein richtiges Gedankengeflecht, aus
dem man sich nicht mehr von alleine befreien kann. Meistens gehen die
Betroffenen aber - wenn überhaupt - wegen ihrer körperlichen Stresssymptome
wie Herzbeklemmung, Übelkeit, Schwindel und Muskelverspannungen zum Arzt.
Erkennt der Mediziner die Angst-Störung, kann diese gut mit einer
Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie behandelt werden. Die bisher
verwendeten Antidepressiva und Benzodiazepine können seit einem Jahr mit
Pregabalin ergänzt werden, einem Wirkstoff, der bei neuropathischen
Schmerzen und bei bestimmten Formen der Epilepsie eingesetzt wird. Er ist
auch für die Therapie der Generalisierten Angststörung bei Erwachsenen
zugelassen und wirkt, indem er die Nervenzellen weniger leicht erregbar
macht. Im Gegensatz zu vielen Antidepressiva wirkt Pregabalin schnell.
mp/ol
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