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Gesundheits-Tipps

Richtig saunieren - ein gesundes Erlebnis

mp Düsseldorf - Ein Teil der Menschen schwört auf den Schwitzgang in der Sauna. Andere fürchten, das Klima mit den hohen Temperaturen und der geringen Luftfeuchtigkeit in dem mit Holz ausgekleideten Raum nicht gut verkraften zu können. Dabei kann fast jeder Mensch uneingeschränkt den Saunaaufenthalt genießen, vorausgesetzt er macht es richtig.

Vor dem ersten Saunagang gilt es, sich gründlich zu reinigen. So wird vermieden, dass unangenehme Gerüche im Schwitzraum entstehen, und hygienischer ist es auch. Aus dem gleichen Grund wird die Sauna grundsätzlich nackt betreten. Das einzige Mitbringsel ist ein großen Badetuch, das untergelegt wird, damit kein Schweiß auf das unbehandelte Holz tropft. Während des Saunagangs sollte man erst liegend und dann sitzend die Zeit verbringen. Auf diese Weise ist das Hitzeempfinden am Kopf nicht ganz so stark. In der Sauna befinden sich meist zwei bis drei Ebenen. Je höher, desto heißer ist es. Die bevorzugte Sauna-Variante ist die "klassische Sauna", die der finnischen Sauna sehr ähnlich ist. Dabei sorgen meist heiße Steine, manchmal auch ein Kamin, für die Hitze von 80 bis 95 Grad Celsius. Hin und wieder wird die Luftfeuchtigkeit für kurze Zeit von zehn bis 15 auf 20 Prozent angehoben, indem Wasser, teilweise mit Aromen wie Eukalyptus versetzt, auf die heißen Steine gegossen wird. Damit steigt auch das Wärmeempfinden. Die hohen Temperaturen fördern die Bildung von Abwehrstoffen. Mittlerweile gibt es auch "mildere" Formen der klassischen Sauna, die sich durch eine geringere Temperatur (50 bis 70 Grad Celsius) und höhere Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent auszeichnen.

Nach dem ersten schweißtreibenden zehn- bis 15-minütigen Aufenthalt in der Sauna folgt eine Abkühlungsphase an der frischen Luft. Hier bleibt man so lange, bis es einen fröstelt. Zurück in den Räumlichkeiten sollte eine kalte Dusche genommen werden. Hartgesottene Zeitgenossen duschen sich kurz ab, um den Schweiß zu entfernen, und steigen dann für eine Weile in ein Kaltwasserbecken. Doch das ist nicht jedermanns Sache.

Diese Wärme-Kälte-Wechsel zwischen heißer Sauna und kaltem Tauchbecken stärken das Immunsystem, regen den Kreislauf an, trainieren die Blutgefäße und pflegen zudem die Haut. Doch gerade im extremen Temperaturwechsel kann für einige auch eine Gefahr liegen, beispielsweise für Diabetiker: In Folge der Erkrankung ist der Kreislauf geschwächt. Ein Kaltwasserbad sollte deshalb vermieden werden. Statt dessen: Frische kühle Luft und anschließend ein kalter Guss, beginnend bei den Füßen. Besonders aufpassen müssen insulinpflichtige Diabetiker. Bei Hitze wirkt das Hormon schneller und stärker. Wer gerade gespritzt hat, wartet besser eine Weile mit dem Saunagang. Generell gilt für alle Diabetiker: Der Blutzuckerspiegel ist zur Kontrolle vor und nach dem Saunagang zu messen. Für den Notfall sollten Traubenzucker, Obst und Getränke bereit stehen. Ansonsten ist ein regelmäßiger Saunabesuch auch für Diabetiker empfehlenswert, da es nicht nur der Seele, sondern auch der Haut gut tut.

Ähnlich verhält es sich bei Menschen mit Bluthochdruck. Sie fragen sicherheitshalber ihren Arzt bezüglich des Saunabesuches. Spricht er ein Verbot aus, ist es im Interesse der eigenen Gesundheit, dies zu respektieren. Ansonsten gilt: Hypertoniker mit mittelschwerem Hochdruck bei einem unteren (diastolischen) Wert zwischen 105 und 114 mm Hg, die medikamentös gut eingestellt sind, haben zu starke Temperaturgegensätze in der Sauna zu meiden. Die optimale Dauer eines Saunaganges liegt für sie zwischen sechs und acht Minuten. Beim Abkühlen empfiehlt es sich, statt des kalten eher lauwarmes Wasser zu nutzen. Kalte Tauchbecken sind tabu. Betroffene mit leichtem Bluthochdruck (90 bis 104 mm Hg) können nach Angaben der "Deutschen Hochdruckliga" ohne Einschränkung saunieren. Hypertoniker mit sehr hohem Blutdruck dagegen, deren unterer Blutdruckwert über 115 mm Hg liegt und die zudem medikamentös nicht gut eingestellt sind, ist von der Sauna gänzlich abzuraten.

Nach der Sauna und der anschließenden Abkühlphase empfiehlt es sich, ein warmes Fußbad zu nehmen, um die Durchblutung der Füße und Beine zu verstärken. Danach fällt die nötige Ruhephase nicht schwer. In einen Bademantel gehüllt und die Füße mit Socken geschützt, tut eine Viertelstunde Schlaf gut. Danach wird der gesamte Ablauf bis zu zwei Mal wiederholt, das stärkt das Immunsystem nachweislich. Ein vierter Saunagang trägt dazu allerdings nicht mehr bei.

Übrigens, der gesamte Organismus sowie die Haut dankt es einem, wenn nach der Sauna der durch das Schwitzen entstandene Mineralstoffverlust mit einer großen Apfelschorle ausgeglichen wird. Eine häufige Streitfrage betrifft das Pflegeverhalten nach der Sauna: abseifen und eincremen oder nicht? Während einige Hautexperten zum Eincremen nach der Sauna raten, lehnen andere das vehement ab. Eine pauschal richtige Handlungsweise für alle Hauttypen gibt es jedoch nicht. Richtig ist vielmehr, was sich gut anfühlt. Und dass hängt meist davon ab, wie die Haut des einzelnen Saunabesuchers beschaffen ist, ob derjenige beispielsweise unter Neurodermitis oder allgemein trockener Haut leidet oder zu den robusten Hauttypen zählt.

Richtig ist, dass der Saunagang an sich bereits zur Hautpflege zählt. Durch die Hitze in der Sauna wird die Durchblutung nämlich kräftig angekurbelt, Hautporen öffnen sich und Schweiß tritt aus. Mit dem abfließenden Schweiß lösen sich abgestorbene Hautzellen. Außerdem stärkt regelmäßiges Saunieren den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, dessen pH-Wert zwischen fünf und sechs liegt. Daher reicht an sich eine anschließende Dusche ohne Seife oder Duschgel. Doch je nach dem, wie viel und welche Düfte der Körper mit dem Schwitzen ausdünstet, kann jeder für sich entscheiden, ob er nicht doch ein Duschgel benutzen möchte. Ratsam ist allerdings, zu einem pH-neutralen Produkt zu greifen, um den Säureschutzmantel nicht zu zerstören. Auch stark parfümierte Seifen oder Gels sind zu meiden, da sie zu Hautirritationen führen können.

Bei Saunabesuchern fühlt sich die Haut direkt nach dem Saunagang weich und glatt an. Erst wenn das Wechselspiel von Hitze und Kälte vorbei ist und die Haut sich auf die normale Umgebung einstellt, entwickelt sich bei einigen Menschen ein starkes Spannungsgefühl. Das liegt daran, dass durch die Hitze in der Sauna das in der Haut befindliche Fett sich verflüssigt, im Schweiß emulgiert und durch die Wasseranwendungen abgespült wird. In diesem Fall ist eine Hautrückfettung mit einer pflegenden Creme nach einem Saunabesuch erforderlich. Auch hier empfehlen sich pH-neutrale Lotionen. Während Menschen mit normaler bis fettiger Haut auf die cremende Pflege nach der Sauna oft verzichten können, ist Menschen mit trockener Haut zur Nutzung einer Wasser-in-Öl-Emulsion zu raten. Das Mittel sollte allerdings erst aufgetragen werden, wenn der Körper nicht mehr schwitzt, also am besten eine halbe Stunde nach dem letzten Saunagang und der Abschlussdusche. Dann können die durch den Saunabesuch tiefgereinigten Poren auch nicht verstopft werden und die Haut bekommt so genug Luft und Pflege zugleich. Silke Koppers/mp mp/kosi

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