Fachbeitrag
Die richtige Wahl des Fitnessstudios
von Global PressSport ist ein wichtiger Faktor, um die Gesundheit zu erhalten. Neben Vereinen und Training in Eigenregie nutzen Bewegungswillige zunehmend Fitnessstudios. Doch welches Fitnessstudio ist für wen das richtige und woran ist das zu erkennen?
mp Düsseldorf - Sport ist ein wichtiger Faktor, um die Gesundheit zu erhalten. Neben Vereinen und Training in Eigenregie nutzen Bewegungswillige zunehmend Fitnessstudios. Rund 4,4 Millionen Mitglieder trainieren hierzulande in über 5 700 solcher Anlagen. Doch welches Fitnessstudio ist für wen das richtige und woran ist das zu erkennen?
Das hängt vor allem von den eigenen Wünschen ab. Wer beispielsweise gerne Kurse wie Aerobic oder Pilates absolvieren möchte, ist in einem Studio mit dem Schwerpunkt Bodybuilding und einem entsprechend großen Freihantelbereich eher falsch. Für ein ausgewogenes Training ist darauf zu achten, dass die Einrichtung über eine ausreichende Anzahl an Ausdauer- und Krafttrainingsgeräten verfügt. Ein abwechslungsreiches Kursprogramm ist eine gute Ergänzung zum Gerätetraining.
Auch die Öffnungszeiten und die Zusatzangebote wie Kinderbetreuung, Sauna oder Dampfbad sind wichtige Entscheidungskriterien. Will man ausschließlich Sport treiben, genügt einem schon eine Einrichtung ohne Wellness-Bereich. Das kann den Mitgliedsbeitrag vergleichsweise niedrig halten. Die Monatsbeiträge der einzelnen Studios fallen sehr unterschiedlich aus. Einige Studioketten locken in Großstädten mit Niedrigbeiträgen von 20 Euro im Monat, andere mit einer physiotherapeutischen Rundum-Betreuung oder einer schönen Saunalandschaft können je nach Region auch gut 70 Euro und mehr kosten.
Grundsätzlich zählt der erste Eindruck. Dieser ist am besten über ein Probetraining zu gewinnen. Ein solches Training bieten seriöse Einrichtungen meist kostenlos, manche verlangen einen kleinen Beitrag, der bei Vertragsabschluss mit dem Mitgliedsbeitrag verrechnet wird. Beim Probetraining sollte ein Trainer den Kunden zunächst durch das komplette Studio führen, ihm alle Bereiche erklären und erste Übungen anleiten. Auf diesem Weg lässt sich feststellen, welche Menschen dort Sport treiben, gibt Auskunft über die Atmosphäre und ob die Anlage sauber ist. Ratsam ist auch, darauf zu achten, ob die Krafttrainingsgeräte in einem technisch einwandfreien Zustand sind, über fein dosierbare Gewichte verfügen und die optimale Sitzposition sich ohne Probleme einstellen lässt.
Ein wesentliches Moment ist die Beratung. Da es keine einheitliche Ausbildung für das Personal von Fitnesseinrichtungen gibt, ist es nicht verkehrt, nach der Qualifikation der Trainer zu fragen. Optimal ist, wenn er staatlich anerkannter Sport- und Gymnastiklehrer, Sport-Physiotherapeut oder Krankengymnast ist. Es reicht aber auch, wenn er die A-Lizenz der Deutschen Fitnesslehrer-Vereinigung (DFLV) oder die A-Lizenz des Deutschen Sportbundes besitzt. Je nach der eigenen Zielsetzung - ob nun ein knackiger Po, ein flacher Bauch oder eine bessere Kondition gewünscht wird - ist vom Trainer ein individuelles Trainingsprogramm zu erstellen. Er hat auch die korrekte Durchführung der Übungen und die richtige Nutzung der Geräte zu zeigen, damit Fehlbelastungen und Verletzungen vermieden werden. Zudem dient er jederzeit als Ansprechpartner bei Fragen und hat auch nach längerer Mitgliedschaft auf die richtige Durchführung des Programms zu achten und eventuelle Fehler zu korrigieren.
Um gesundheitliche Einschränkungen des Fitness-Willigen auszuschließen, ist vor dem ersten Training unbedingt eine Einschätzung der Leistungsfähigkeit durch den Trainer zu erfolgen. Dieser Gesundheitscheck umfasst das Abfragen der Krankheitsgeschichte, Messung des Blutdrucks, der Vitalkapazität und des Körperfettes. Auch ein Ausdauer-, Beweglichkeits- sowie Krafttest gehören dazu. Je nach Alter und Krankheitsgeschichte ist es auch ratsam, sich vor dem ersten Training von einem Arzt durchchecken zu lassen. Das gilt besonders, wenn lange kein oder noch nie Sport getrieben wurde, und Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder Probleme mit den Gelenken vorliegen.
Ist alles in Ordnung und sagt einem das Studio zu, steht einem Vertragsabschluss fast nichts mehr im Wege - höchstens der Vertrag selbst. Hier kann sich die ein oder andere Tücke im Kleingedruckten verbergen. Daher ist vor dem Unterschreiben alles gründlich zu lesen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten: Empfehlenswert und üblich sind Vertragslaufzeiten von sechs oder zwölf Monaten. Die Verlängerung erfolgt meist automatisch, das heißt, wird nicht innerhalb einer vorgegebenen Frist gekündigt, läuft der Vertrag meist um sechs Monate oder ein Jahr weiter. Nach einem schweren Unfall oder bei längerer Krankheit, die die Nutzung des Studios unmöglich machen, räumen seriöse Einrichtungen die Möglichkeit ein, den Vertrag ruhen zu lassen. Dann zahlt das Mitglied bis zu vollständigen Genesung keinen Beitrag.
Das Mitbringen eigener Getränke dürfen Fitness-Studios ihren Besuchern nicht verbieten. Entsprechende Vorschriften in der Hausordnung oder Klauseln im Vertrag sind rechtlich unwirksam. Gleiches gilt für Formulierungen wie "Änderungen dieser Zeiten sowie Änderungen unseres Leistungsangebotes behalten wir uns vor", "Der Aufenthalt und das Training erfolgen auf eigenes Risiko" oder "eine Verlegung des Studios innerhalb des Stadtbezirkes berechtigt nicht zur Kündigung". Hierbei hat jeder die Wahl, ob er trotz dieser Klauseln unterschreibt und, sollte einer der Fälle eintreffen, einen Rechtsstreit eingeht, oder nicht unterzeichnet und ein anderes Studio aufsucht. Silke Koppers/mp mp/kosi
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